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Blockchain: Verträge und Vertrauen

Blockchains sollen mehr können als Transaktionen oder Beglaubigungen automatisch überprüfbar zu machen. Mit Smart Contracts kann Software in der Kette integriert werden, die es erlaubt, Geschäftsprozesse zu automatisieren.

Ein gern angeführtes Beispiel illustriert die cleveren Verträge anhand der Lieferkette für Tiefgefrorenes. Treten beim Transport Probleme mit der Kühlung auf, können die Sensoren das direkt an die Kette und damit an alle Beteiligten melden. Bestellt der Kunde dann eine neue Lieferung, kann die Bank gegebenenfalls auch gleich einen entsprechenden Kredit einräumen.

Doch die Erwartungen an die Blockchain gehen über die Automatisierung von Prozessen hinaus. Die Blockchain soll  auch die Vermittlerrollen weitgehend überflüssig machen. Damit ergeben sich völlig neue Geschäftsmodelle, wie ein Projekt der RWE-Tochter Innogy und des sächsischen Startups Slock.it zeigte: Mit "Share&Charge" sollten Privatleute ihre Ladesäulen für Elektroautos öffentlich zur Verfügung stellen können. Wer seine Ladesäule anbieten wollte, musste sie vernetzen lassen. Interessenten mussten sich über eine App registrieren, um sich dann bei einer Ladestation anmelden und Strom zapfen zu können. Als technische Basis diente eine Blockchain, die bei der Krypto-Währung Ethereum zum Einsatz kommt. Über die in der Kette gespeicherten Smart Contracts konnte der Betreiber einer Ladesäule bei "Share&Charge" etwa den Tarif für seine Station auswählen, und der Verbraucher konnte festlegen, wie lange sein Auto geladen werden sollte. Die Abwicklung erfolgte automatisch über die Blockchain, wobei die Anwender von der Technik im Hintergrund nichts mitbekamen. Das Projekt wurde Anfang 2017 in einem Startup namens Motionwerk ausgegründet. Da Motionwerk sich mehr um die technischen Grundlagen kümmern möchte, will das Unternehmen "Share&Charge" in diesem Monat in eine Stiftung überführen, die es übernehmen soll, die Software und das darauf basierende Netzwerk als Open Source zu pflegen.

Die Blockchain kann nicht nur Werte speichern, sie kann auch Vertrauen abbilden. In Malaysia tritt mit DACSEE seit dem Frühjahr eine Plattform zur Fahrtenvermittlung an, die Platzhirschen wie Uber das Geschäft streitig machen soll. Die Anwendung funktioniert nach dem Muster eines sozialen Netzwerks, dessen Grundlage Freundeskreise bilden. Innerhalb dieser Kreise können Fahrer zunächst Anerkennung durch die Mitfahrer sammeln. Zudem können Mitfahrer bestimmte Fahrer bevorzugen und in ihrem Freundeskreis weiter empfehlen. Der Blockchain fällt hier neben der Buchführung auch die Übertragung von Vertrauen zu. Im zentralisierten Netzwerk von Uber überprüft das Unternehmen die Fahrer, und die Kunden vertrauen der Bewertung durch Uber. Bei DACSEE entfällt die zentrale Überprüfung der Fahrer, die übernimmt das Netzwerk selbst.

Ein zusätzlicher Anreiz für die Nutzer des Netzwerks: Im Gegensatz zur Vermittlungsgebühr von 20 bis 30 Prozent bei Uber soll die DACSEE-Blockchain nur ein bis zwei Prozent des Fahrpreises in einen Pool buchen. Der soll dann an die Beteiligten des Netzwerks wieder ausgeschüttet werden, je nachdem wie viel sie investiert haben. 

 

 Fortsetzung: Blockchain: Wachstumsgrenzen und Fehlerverbote

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