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 30 Jahre Linux – eine fast märchenhafte Entwicklung

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die mit Linux noch nicht in Berührung gekommen sind. Das System hat sich in 30 Jahren zu einer zentralen Plattform entwickelt – es bildet den Kern von Android, es läuft auf Routern oder Drohnen, es macht Fernseher und E-Book-Reader handhabbar, und es dient als Fundament für Digitalkonzerne wie Google, Amazon, Facebook oder Netflix.

Wenn irgendwo ein Computer drinsteckt, muss man mittlerweile eher fragen, ob etwas anderes als Linux darauf läuft. In diesem Sinne ist das Geburtstagskind sogar auf dem Mars angekommen: als Betriebssystem des Helikopters Ingenuity.

Warum an Linux kaum ein Weg vorbeiführt

Wenn man nach den Gründen fragt, warum Linux heute fast unvermeidlich geworden ist, lassen sich drei Faktoren ausmachen. Zunächst füllte Linux eine Lücke: Richard Stallman hatte in den 80er Jahren das GNU-Projekt ins Leben gerufen, mit dem Ziel ein freies Unix-artiges Betriebssystem zu schaffen – also ein Multitasking-fähiges Mehrbenutzer-System wie es auf den damaligen Großrechnern üblich war. 1991, als Linus Torvalds als Student in Helsinki sein Linux-Hobby begann, gab es wesentliche Teile von GNU bereits: Einen Editor, um Programmtexte zu schreiben, einen Compiler, um die Programmtexte in ausführbare Programme zu übersetzen und einen Kommandozeilen-Interpreter, über den die Programme aufgerufen werden konnten. Was es nicht gab, war die zentrale Verwaltungseinheit für einen Rechner – den Kernel. An diese Instanz wenden sich alle Programme, wenn sie Speicherplatz brauchen, wenn sie Rechenzeit benötigen oder wenn sie Daten auf die Festplatte schreiben wollen.

Diese Aufgabe der Verwaltung von Hardware-Ressourcen übernahm Linux und ab dem Frühjahr 1992 konnten Interessierte mit einem Mal ihren Rechner mit einem eigenen System zum Laufen bringen.

Eine besondere Lizenz als Garant für Weiterentwicklung 

Ein zweiter Erfolgsfaktor dürfte die Lizenzfrage gewesen sein. Torvalds entschied sich frühzeitig dafür, den Linux-Kernel unter die GNU Public License (GPL) zu stellen. Die GPL ist ein Geniestreich der Computer-Geschichte:

Richard Stallman hatte sie 1989 veröffentlicht und darin festgelegt, dass unter dieser Lizenz veröffentlichte Programme frei verwendet werden können. Ihr Programmtext muss offen liegen und veränderbar sein. Und Programme, die auf geändertem GPL-Programmtext beruhen, müssen selbst wieder unter der GPL veröffentlicht werden. Copyleft nannte Stallman das Konzept und es sorgte dafür, dass Programmierer weltweit das Linux einsetzen und an ihre Gegebenheiten anpassen konnten. 

Die Änderungen flossen dann zum Teil wieder in den Kernel ein, Linux wurde auf diese Weise unter allen möglichen Bedingungen eingesetzt, getestet und weiter entwickelt – in der kommerziellen Software-Entwicklung ein unbezahlbares Szenario. Gleichzeitig setzte die GPL dem kommerziellen Einsatz der Software keine Schranken. Das ermöglichte das Geschäftsmodell, Dienstleistungen rund um freie Software anzubieten. Als bislang erfolgreichstes Beispiel dafür kann der Linux-Spezialist Red Hat gelten, der 2018 für 34 Milliarden Dollar von IBM übernommen wurde.

Bis heute: schnell, stabil und hochmodern

Den dritten Faktor kann man vielleicht in der offenen Entwicklung des Systems ausmachen. Gerade weil Beiträge aus allen Richtungen akzeptiert werden und beispielsweise Google Änderungen für Android beisteuert, Fujitsu Anpassungen für den Betrieb von Supercomputern liefert oder Interessierte spezielle Anforderungen für Geräte des Internet of Things beisteuern, profitieren am Ende alle Beteiligten. Die Nutzer schätzen wahrscheinlich Geschwindigkeit und Stabilität am meisten, aber es fließen eben auch technische Neuerungen ein, wie die in Version 2.6.24 eingeführten Kontrollgruppen (cgroups), die ursprünglich vor allem der Zusammenfassung von Aufgaben dienten, um einen bestimmten Grad an Qualität bei diesen Aufgaben sicher zu stellen. Die Technik wurde im Lauf der Zeit vor allem verwendet, um Container für zusammengehörige Prozesse zu bauen wie etwa Docker. Das vor knapp 15 Jahren eingeführte Feature trägt heute dazu bei, Linux zum Betriebssystem der Cloud zu machen.

 

Wie es weitergeht, ist auch schon absehbar: Nüchtern und mit trockenem Humor. Wenn man genug habe vom Glitter, vom Feuerwerk und vom Champagner anlässlich des 30. Geburtstags, habe er genau das Richtige, eine neue Kernel-Version zum Testen und Genießen, schrieb Torvalds anlässlich der Veröffentlichung von Linux 5.14 Ende August.

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