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Windows 11: Abwarten und Tee trinken

Seit Herbst letzten Jahres bietet Microsoft die Aktualisierung auf Windows 11 an. Da Microsoft die Werbetrommel auch auf dem Desktop der Anwender rührt, "Tolle Neuigkeiten – Ihr PC erfüllt die Mindestsystemanforderungen für Windows 11", scheint die Aktualisierung nahe zu liegen. Doch auch ein halbes Jahr nach der Bereitstellung von Windows 11 plagen das System allzu viele Probleme, so dass Abwarten der bessere Weg ist.

Hinderliche Bedingungen für die Aktualisierung

Damit ein Rechner überhaupt für die Aktualisierung in Frage kommt, braucht er nicht nur einen aktuellen Prozessor auch die Anforderungen an Arbeitsspeicher (mindestens 4Gb) und Plattenplatz (mindestens 64Gb) hat Microsoft gegenüber Windows 10 deutlich heraufgesetzt. Dazu kommen Bedingungen, mit denen sich die meisten Anwender bislang nicht auseinandersetzen mussten: Der Rechner muss "Secure Boot" unterstützen und über einen TPM-Chip (Trusted Plattform Module) verfügen. In beiden Fällen handelt es sich um schon länger existierende Techniken, die vor allem das Ziel haben, die Integrität des Betriebssystems zu sichern. Da beide Techniken gleichzeitig die Entscheidungsfreiheit der Nutzer einschränken und der TPM-Chip einen Rechner auch identifizierbar macht, könnten sie häufiger abgeschaltet sein und müssten für Windows 11 erst aktiviert werden.

Lösungen für die Schnelligkeit sind in Sichtweite

Auf Systemen mit Prozessoren von Intel-Konkurrent AMD kann es dann aber im Zusammenspiel zwischen TPM und CPU zu deutlichen Einbußen bei der Geschwindigkeit kommen. Wenn ein spezielles TPM-Modul aktiviert ist, können häufige Speicherzugriffe auftreten, die den Rechner verlangsamen. AMD arbeitet bereits an einer Lösung und plant die Veröffentlichung für Anfang Mai.

Viele Fehlermeldungen befassen sich mit Geschwindigkeitsproblemen aktueller SSD-Festplatten. Microsoft hat dafür zwar einen Patch entwickelt, der wird aber nicht im Rahmen der allgemeinen Updates verteilt, sondern Betroffene müssen die Korrektur selbst einspielen.

Probleme auf vielen Ebenen

Über USB angeschlossene Drucker werden von Windows 11 unter Umständen nicht mehr erkannt. Eine längere Liste von betroffenen Modellen gibt es derzeit vom Hersteller Brother. Fehler scheinen aber auch bei den Modellen anderer Hersteller aufzutreten. Die Fehlermeldungen sind häufig unspezifisch – ein Fehlercode ohne weitere Erklärungen – und es bleibt nur, nach und nach verschiedene Lösungsansätze auszuprobieren: Druckerdienst neu starten, den Drucker über eine andere Schnittstelle ansprechen, Treiber neu installieren und dergleichen mehr.

Man kann eine ganze Liste erstellen, wo sich Probleme bei der Umstellung auf Windows 11 erwarten lassen. Hier eine Auswahl: Der Browser Chrome startet unter Umständen nicht, die Suche im Startmenü kann einfrieren, der Datei-Manager Windows Explorer offenbart gelegentlich einen übermäßigen Hunger auf Speicher, die Suche in Outlook funktioniert nicht, Audio-Treiber von Intel führen zum Bluescreen.

Microsoft hat bei Windows 11 die Oberfläche deutlich aufgeräumt. Übersichtlichkeit geht jetzt häufig vor Information oder Funktion, so dass für viele Aktionen mehr Mausklicks nötig sind als noch bei Windows 10. Die Anwender müssen sich umgewöhnen, und es ist nicht empfehlenswert, sie durch die noch vorhandenen Stolpersteine zu frustrieren. Für sich genommen, sind die Fehler zwar nicht gravierend, aber in der Menge können sie den Arbeitsalltag beeinträchtigen und spürbar Kosten verursachen.

 

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